← Alle Artikel

Wandertag und Exkursion in Vorarlberg: ausserschulische Lernorte digital entdecken

Ein Wandertag, der mehr ist als ein Spaziergang: Die Stadt wird zum Klassenzimmer, das Smartphone zum Werkzeug. Welche digitalen Rundgänge zu welchem Fach passen – mit Begleitmaterial und ohne App.

Eine Gruppe Jugendlicher schaut bei einem Ausflug gemeinsam auf ein Smartphone, im Hintergrund eine Vorarlberger Altstadtgasse mit Rathaus.

Die Frage stellt sich jedes Schuljahr aufs Neue: Wohin am Wandertag, was als Exkursion, was am Projekttag? Ein Ziel soll lehrreich sein, aber nicht nach Pflichtprogramm riechen. Es soll sich organisieren lassen, ohne dass die Vorbereitung eine Woche frisst. Und idealerweise nimmt es die Schüler:innen dort mit, wo sie ohnehin sind – am Bildschirm.

Digitale Stadtrundgänge sind genau dafür gemacht. Bei i.appear – einer Vorarlberger Plattform – wird die Stadt selbst zum ausserschulischen Lernort: Geschichte, Ethik und Zeitgeschehen werden an den Originalschauplätzen multimedial erlebbar, direkt im Browser, ohne App und ohne Anmeldung. Dieser Beitrag zeigt, welche Rundgänge zu welchem Fach passen und wie sich der Einsatz im Unterricht organisieren lässt.

Zwei Wege, die Stadt zum Lernort zu machen

Die Bildungsschiene von i.appear heisst i.grow und kennt zwei Grundformen:

1. Fertige Rundgänge nutzen. Professionell kuratierte Stadtrundgänge mit Audio, Bildern und 3D, ergänzt durch didaktisches Begleitmaterial, Stundenbilder und Arbeitsblätter. Die Klasse geht los, die Lehrkraft hat das Material zur Vor- und Nachbereitung. Wenig Vorlauf, planbar in Doppelstunden.

2. Selbst einen Rundgang gestalten. Im Workshop werden Schüler:innen vom Konsumieren zum Gestalten: Sie recherchieren, produzieren Audio und Video und veröffentlichen am Ende einen eigenen Rundgang. Wie das abläuft, steht im Beitrag Wie ein i.grow-Projekt funktioniert.

Welcher Rundgang passt zu welchem Fach

Geschichte und Zeitreisen

Für den Geschichtsunterricht ist hist.appear in Dornbirn der naheliegende Einstieg: elf Stationen, ein farblich codierter Zeitstrahl, ein Bogen von den Hexenverfolgungen über die Industriegeschichte bis zur Migration im 20. und 21. Jahrhundert – entwickelt auf Basis einer Masterarbeit an der Universität Wien. Zum Rundgang gibt es Begleitmaterial. Wer es konkreter mag, nimmt Stadtspuren entlang der Dornbirner Ach, das die Industrialisierung an realen Fabriken und Familienunternehmen erzählt. Beide stehen auf der Dornbirn-Seite.

Ethik und politische Bildung

Der Ethik-Rundgang Buntes Dornbirn ist ein Komplettpaket zum Thema plurale Gesellschaft: Schüler:innen begegnen Menschen aus verschiedenen Generationen und Lebenswelten, hören Stimmen aus unterschiedlichen Bubbles und wechseln Perspektiven. Der Rundgang ist lehrplanbezogen aufgebaut und kommt mit ausgearbeiteten Stundenbildern und Arbeitsblättern – ideal für Ethik, politische Bildung und fächerübergreifendes Arbeiten.

Zeitgeschichte und Erinnerungskultur

In Feldkirch sind zwei Rundgänge aus Schulprojekten entstanden. Ein Oktobertag arbeitet die Bombenabwürfe über Feldkirch im Jahr 1943 auf – fünf Stationen von der Innenstadt zum Antoniushaus, erarbeitet von der MS Oberau. Zusammenwachsen der MS Levis dreht sich um Werte und Gemeinschaft. Dass Gleichaltrige die Inhalte produziert haben, macht beide für andere Klassen besonders zugänglich. Übersicht auf der Feldkirch-Seite.

Medien, Demokratie und KI

Für Digitale Grundbildung und das kommende Pflichtfach Medien und Demokratie gibt es den Workshop „Aufwachsen mit KI“: drei Projekttage zu Künstlicher Intelligenz, Daten, Deepfakes und Medienethik. Der Workshop ist im OeAD-Netzwerk gelistet und damit österreichweit für Schulen buchbar. Wie er abläuft, steht im Beitrag Aufwachsen mit KI.

Warum ein digitaler Lernort im Unterricht funktioniert

  • Direkt am Ort. Stadtgeschichte ist dort passiert, wo die Stationen stehen. Ortsbasiertes Lernen verankert Inhalte stärker als jede Folie im Klassenzimmer.
  • Differenzierung inklusive. Jede:r liest, hört und schaut im eigenen Tempo. Stärkere gehen tiefer, andere bleiben beim Wesentlichen – ohne dass die Gruppe auseinanderfällt.
  • Wenig Organisationsaufwand. Keine Installation, kein Klassensatz-Setup. Die Rundgänge laufen auf den Geräten, die ohnehin da sind, und lassen sich in Doppelstunden oder Projekttage einpassen.
  • Datenschutz, der zur Schule passt. i.appear arbeitet nach Privacy by Design: keine Registrierung, kein Tracking, keine Werbung. Beim Einsatz mit Minderjährigen entfällt damit die heikelste Frage von vornherein.

So wird das Smartphone vom Störfaktor zum mobilen Klassenzimmer – ein Werkzeug, das die Aufmerksamkeit auf den Ort lenkt statt von ihm weg.

Praktisch: So plant ihr den Ausflug

Geräte. Die meisten Klassen arbeiten mit den eigenen Smartphones (BYOD) oder einem Tablet-Klassensatz. Pro Kleingruppe genügt ein Gerät mit Internet und Kopfhörern.

Vorbereitung. Begleitmaterial vorab ansehen, Stationen oder Themen auswählen, die zum Stoff passen. Manche Rundgänge – etwa Buntes Dornbirn – werden für Schulklassen freigeschaltet; dafür kurz Kontakt aufnehmen.

Vor Ort. Startlink teilen oder QR-Code am Startpunkt scannen, in Kleingruppen losgehen, GPS schaltet die Inhalte an den Stationen frei. Nachbereitung mit den Arbeitsblättern im Klassenzimmer.

Häufig gestellte Fragen

Welche ausserschulischen Lernorte gibt es in Vorarlberg digital?
i.appear bietet digitale Stadtrundgänge in Dornbirn und Feldkirch: hist.appear und Stadtspuren für Geschichte, der Ethik-Rundgang Buntes Dornbirn für politische Bildung sowie die Schulprojekte Ein Oktobertag und Zusammenwachsen in Feldkirch. Die Stadt wird zum Lernort, das Smartphone zum mobilen Klassenzimmer.

Eignen sich die Rundgänge für Volksschule oder Mittelschule?
Der Schwerpunkt liegt auf der Sekundarstufe I und der Oberstufe. Je nach Thema und Begleitung lassen sich einzelne Rundgänge auch in der Volksschule einsetzen. Die Inhalte orientieren sich an den österreichischen Lehrplänen.

Gibt es Begleitmaterial oder Stundenbilder für Lehrkräfte?
Ja. Zu mehreren Rundgängen gibt es didaktische Begleitmaterialien, Stundenbilder und Arbeitsblätter zur Vor- und Nachbereitung. So lassen sich die Rundgänge ohne grossen Vorlauf in Doppelstunden oder Projekttage integrieren.

Werden Daten der Schüler:innen erfasst?
Nein. i.appear arbeitet nach Privacy by Design: keine App-Installation, keine Registrierung, keine Datenerhebung, keine Werbung. Für den Einsatz mit Minderjährigen ist das ein wichtiger Vorteil.

Was kostet ein digitaler Wandertag oder Workshop?
Die kuratierten Stadtrundgänge sind kostenlos nutzbar. Partizipative Workshops werden individuell vereinbart und teils über Förderungen ermöglicht. Am besten direkt anfragen.

i.grow – Medienbildung und Rundgänge für Schulen
Workshop oder Rundgang anfragen
Das neue Pflichtfach Medien und Demokratie

Wandertag oder Projekttag planen? Rundgang oder Workshop anfragen →

← Alle Artikel